Lehrenden-Motivation "Ich biete regelmäßig Hausarbeiten als Prüfungsformat an, zum Beispiel in meinem Seminar zu Journalismus. Das ist einfach ein bewährtes Format, das einen großen Schritt Richtung wissenschaftliches Arbeiten für die Studierenden erlaubt. Die besten Arbeiten zeichnen sich dann nicht nur durch formale Richtigkeit aus, sondern wenn man wirklich merkt, dass die Studierenden Ahnung haben von dem, was sie da schreiben. Ich gebe den Studierenden extra eine freie Themenwahl innerhalb des Rahmens "Zukunft und Entwicklung von Journalismus". Deshalb können sie auch nach ihren Interessen wählen. Oft merkt man das dann auch in den Arbeiten, wenn Studierende sich besonders für ihr Thema interessieren. Vorher schaffe ich aber mit den Seminarinhalten und passender Literatur eine theoretische Fundierung, auf dem sie dann aufbauen können, um alle Studierenden möglichst gut abzuholen. Eine wesentliche Herausforderung für die Studierenden ist es, in der Flut von digitalen Informationen verlässliche und relevante Quellen zu identifizieren. Durch KI-Werkzeuge wird diese Herausforderung noch einmal intensiviert. In die Bewertung fließen deshalb bei mir zu circa einem Viertel die wissenschaftliche Formalia und zu drei Vierteln die inhaltliche Gestaltung und hierbei insbesondere die kreative Eigenleistung der Studierenden ein. Nur bestehende Texte zusammenzufassen genügt hier nicht mehr. Hier war das eine individuelle Positionierung und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen auf Grundlage der wissenschaftlichen Recherche. Das versuche ich, immer möglichst transparent zu machen, damit auch Studierende mit weniger Hausarbeits-Erfahrung die gleichen Chancen haben." Studierenden-Erfahrung "Ja stimmt, letzte Woche hab ich meine Hausarbeit abgegeben. Das ist noch gar nicht so lange her. Mein Thema war Desinformation und Vertrauensverlust im Journalismus. Ich war mir erst nichtmal sicher, ob ich das Seminar besuchen will, aber das war dann doch ziemlich spannend. Mein Thema hat dann so ein bisschen daran angeknüpft, was wir da besprochen haben. Das hat mich einfach interessiert, vor allem weil ich auch selbst immer mal wieder auf News stoße, bei denen ich mir denke, dass die fake sein müssen. Das war nicht meine erste Hausarbeit, aber ich merke auch, wie es mir immer leichter fällt, in den Schreibprozess zu kommen und sich an die wissenschaftlichen Regeln zu halten. Es ist auch mal was anderes, sich wirklich intensiv mit einem kleinen Thema auseinanderzusetzen, statt eher auf Breite zu lernen. Das gefällt mir auch gut. Bei der Bewertung von Quellen war ich aber unsicher, welche hier wirklich gut sind. Da hat mir ein Beratungstermin sehr geholfen, wo wir das nochmal an konkreten Beispielen besprochen haben." |